Ich habe meinen Abschlussbericht für den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) fertiggestellt und möchte ihn auch hier veröffentlichen, da ich denke, dass der Bericht von allgemeinem Interesse ist:
Abschlussbericht über die Stipendienzeit vom 01.08.2009 bis zum 01.08.2010 in Mexiko. DAAD Jahres- und Semesterstipendien für deutsche Studierende. Lateinamerika Nord, Referat 414.
1. Belegte Lehrveranstaltungen bzw. Studienprogramm des 2. Semesters
Für mein zweites Semester an der Universidad Veracruzana wählte ich die Kurse Formacion del Estado Nacional Mexicano, Nueva España en los siglos XVI y XVII und Historiografía de México Colonial.
Nach einem halben Jahr in Mexiko beherrschte ich die spanische Sprache in einer Weise, die es mir ermöglichte, mich noch aktiver an den Seminaren zu beteiligen und insgesamt mehr von den Veranstaltungen zu profitieren. Die drei von mir belegten Kurse waren jeweils 5-stündig, wobei allerdings jeweils eine Stunde für Pausen verwendet wurde.
Das Niveau der Lehrveranstaltungen ist stark vom jeweiligen Dozenten abhängig und leider hatte ich in meinem zweiten Semester an der Universidad Veracruzana das Pech, an einen wenig engagierten Dozenten zu geraten, der die Kurse Formacion del Estado Nacional Mexicano und Nueva España en los siglos XVI y XVII leitete. Beide Kurse waren sehr zeitintensiv da viel Literatur gestellt wurde, jeweils zwei Referate vorbereitet werden mussten und zwei Klausuren geschrieben wurden. Dabei wurden die gelesenen Texte leider kaum eingehend besprochen und der Dozent verlor sich zu oft in Kleinigkeiten. Bei den Referaten achtete er insgesamt zu wenig auf inhaltliche und formale Korrektheit, die Klausuren waren unangemessen schwer und enthielten teilweise Fragen zu Themen, die im Unterricht gar nicht oder nur am Rande behandelt wurden.
Mit dem Kurs Historiografía de México Colonial war ich hingegen recht zufrieden, auch wenn das Arbeitspensum hier noch höher war: Auf den Texten eines 350 Seiten starken Skripts basierend mussten vier Referate vorbereitet werden, daneben waren zwei Buchbesprechungen gefordert, außerdem eine Klausur, eine Bibliografie zu einem Spezialthema, sowie eine mindestens 50-seitige Abschlussarbeit, die im Stile eines Portfolios auch die Hausübungen des ganzen Semesters enthalten sollte.
2. Zusammenfassung des Auslandsaufenthalts
Den meisten ausländischen Studierenden in Mexiko fiel es anfangs schwer, sich mit den landestypischen Gepflogenheiten zu arrangieren und diese zu akzeptieren. So hatte auch ich Probleme mit der fast chronischen Unpünktlichkeit in Mexiko. Unpünktlichkeit und in einem gewissen Maße auch Unzuverlässigkeit begegneten mir nicht nur im privaten Bereich, sondern häufig auch an der Universität. Manchmal fielen Kurse aus, ohne dass dies vorher angekündigt wurde, Dozenten wie Studenten erschienen häufig unpünktlich. Gleichsam als Ausgleich für diesen Malus herrschte stets eine entspannte Atmosphäre und ein herzlicher Umgang miteinander, der es mir leicht machte, mich in Mexiko einzuleben und mich dort schnell heimisch zu fühlen. Im Allgemeinen sind die Kurse an der Universidad Veracruzana mit Bachelor/Master-Kursen zu vergleichen und zeichnen sich somit nicht unbedingt durch die Förderung akademischer Selbstständigkeit aus. Vorlesungen wie man sie aus Deutschland kennt, gibt es nicht. In den meist fünfstündigen Seminaren herrscht Anwesenheitspflicht und es werden in der Regel mehrere Referate und Klausuren gefordert. Wie ich bereits in meinem Zwischenbericht erwähnt habe, erschien mir das gesamte Hochschulsystem zu stark verschult und zu wenig wissenschaftlich.
Bezüglich der allgemeinen Lebenssituation in Mexiko, bzw. in der Stadt Xalapa, möchte ich auf meinen Zwischenbericht verweisen, in dem ich zu diesem Punkt ausführlich Stellung genommen habe.
Zusammenfassend blicke ich durchweg positiv auf mein Auslandsjahr in Mexiko zurück, obgleich es natürlich auch unangenehme Momente gab. Für mich überwiegen aber die positiven Erfahrungen, die ich an der Universität und im Privaten erleben durfte. Ich habe meine Sprachkenntnisse perfektioniert und eine ganz andere Lebensweise kennengelernt, so dass ich auch eine Außensicht auf die deutsche oder allgemeiner – die europäische – Kultur gewonnen habe und diese nun besser verstehe und kritischer beurteilen kann. Meine Erwartungen an den Auslandsaufenthalt haben sich in vollem Maße erfüllt, denn ich konnte mein Fachwissen im Bereich der Geschichte und Kultur Lateinamerikas erheblich erweitern und habe einen umfassenden interkulturellen Austausch erlebt, der mich persönlich sicherer und selbstbewusster im Umgang mit anderen Menschen gemacht hat. Mein Aufenthalt in Mexiko hat mich darin bestärkt, meinen eingeschlagenen Weg weiterzugehen, meine offene Weltanschauung und mein Interesse an anderen Ländern, Kulturen und Lebensweisen beizubehalten.
Es war gar nicht so einfach aus dem Zentrum von Veracruz herauszukommen und zum Flughafen zu gelangen, denn die Hauptwege waren wegen des Hurricanes unpassierbar. Unser Taxifahrer fand jedoch einen Weg und wir konnten uns – zwar knapp, aber noch rechtzeitg – in die lange Schlange am Check-in Schalter stellen und unser Gepäck aufgeben. Wir hatten glücklicherweise nur leichtes Übergepäck und konnten dieses Problem mit etwas Umpacken leicht regeln. Nach etwas mehr als einer Stunde im 15 Grad kalten Flugzeug landeten wir in Cancun. Dort wärmten wir uns nur kurz in der Sonne auf und setzten zügig mit der Fähre zur vorgelagerten Isla Mujeres über, die Eva und ich direkt nach unserer Ankunft in Mexiko und noch einmal im März 2010 besucht hatten. Wir mieteten uns schnell im XS Hostel in einem Dreierzimmer ein und dann war Strand angesagt: Playa Norte natürlich!
Am Morgen des 20.09.2010 haben wir uns ein schönes neues Golfcart für 24 Stunden geliehen und sind damit zur Tortugranja, der Schildkrötenfarm der Insel gedüst. Dort gab es riesige Meeresschildkröten und auch ganz frische Schildkrötenbabys zu sehen. Von dort ging es zur Punta Sur, der Südspitze der Insel, wo haufenweise Leguane herumlungerten. Am Playa Garrafón ließen wir uns eine köstliche Ceviche (roher Fisch “gegart” in Limettensaft, serviert mit Tomaten und Koriander) schmecken und stürzten uns dann ins Schnorchel-Vergnügen am Riff. Wir konnten wieder allerlei tolle Fische beobachten, darunter zwei riesige Papageienfische! Am späten Nachmittag fuhren wir in ein Modelorama um ein paar Erfrischungen zu kaufen. Anschließend düsten wir dann auf der Ostseite der Insel entlang und fanden den Strand, an dem Nachts die großen Schildkröten an Land kommen, um ihre Eier abzulegen. Nach dem Abendessen waren wir nochmal an diesem Strand und hofften eine Schildkröte beobachten zu können, aber uns verließ irgendwann die Geduld und wir knatterten ohne Schildkrötensichtung mit unserem Golfcart zurück in die Stadt. Den 21.09., unseren letzten Tag auf der Insel, unseren letzten Tag in Mexiko, wollten wir bestmöglich nutzen und sind schon am frühen Morgen in unser Golfcart gesprungen, um die 24 Stunden voll auszukosten. Wir schauten uns den Playa Lancheros an, badeten nochmal im karibischen Meer und setzten dann um 15 Uhr mit unseren abgespeckten Koffern nach Cancun über. Jeder hatte einige Dinge zurückgelassen um Gewicht einzusparen und tatsächlich, die Gepäckwaagen am Condor-Schalter waren gnädig und zeigten kein Übergepäck an! Eva und ich mussten noch zur Migración, denn wir hatten ja ein mexikanisches Visum, aber das war alles kein Problem. Vor dem Abflug haben wir all unsere Pesos für Tequila und Chili Soßen ausgegeben und ich war heilfroh als ich endlich an Bord war und mich umziehen konnte. Um Gewicht zu sparen hatte ich 3 Hosen an, 3 T-Shirts, 2 Pullis und 3 Jacken. Es war einfach nur höllisch heiß! Der Flug verlief problemlos und trotz aller Wehmütigkeit freute ich mich inzwischen doch riesig auf Familie und Freunde in Deutschland. Am Mittag des 22.09.2010 landeten wir in Frankfurt und wurden dort von Papa und Evas Familie herzlich begrüßt – das Abenteuer Mexiko ist endgültig vorbei.
Am 14.09.2010 kamen Eva, Mama und ich nach mehr als 20 Stunden Busfahrt in Xalapa an und bezogen unser Quartier bei unserer guten Freundin Anahi. Startschuss für den Anfang vom Ende, den Epilog eines ereignisreichen Jahres in einer liebenswerten Großstadt: Xalapa. Nur wenige Tage sollten uns jetzt noch bleiben ehe wir unserer Heimat auf Zeit den Rücken kehren würden. Den Großteil des angebrochenen Tages haben wir mit dem Ausräumen der Koffer verbracht, fanden aber trotzdem noch etwas Zeit, um den Parque Juárez im Zentrum Xalapas zu besuchen und einen Kaffee zu trinken.
Am 15.09.2010 feierten wir 200 Jahre mexikanische Unabhängigkeit und 100 Jahre mexikanische Revolution, den großen Tag auf den das Land lange hingefiebert hatte. Genauer betrachtet dürfte das Bicentenario eigentlich erst 2021 gefeiert werden, denn die Unabhängigkeit vom Mutterland Spanien erlangte Mexiko erst 1821 nach einem gut 10 Jahre dauernden blutigen Krieg. Aber das wollen wir mal nicht so genau nehmen, denn die Propaganda des gobierno federal (Bundesregierung)hatte das Volk seit Jahren auf die Feierlichkeiten des Bicentenario 2010 vorbereitet und alle wollten nun auch endlich feiern was das Zeug hält. Bevor wir uns in die noche mexicana stürzten sind wir aber am Vormittag erstmal nach Naolinco gefahren. Der Weg war mühsam, denn wegen der Feierlichkeiten war in einem Ort die Hauptstraße gesperrt und wir standen lange wartend in der Hitze. In Naolinco haben wir Kokosnüsse mit Chili gegessen und die übliche Schuhladen-Tour gemacht. Mama hat sich zwei Paar Stiefel gekauft, später haben wir am Zócalo, dem zentralen Platz, eine große Reitergruppe gesehen. Die Männer hatten Tequila Flaschen in den Händen und die Frauen und Kinder winkten fröhlich den umstehenden Leuten. Mit einigen traditionellen Süßigkeiten im Gepäck sind wir per pedes zu den Wasserfällen von Naolinco gewandert. Als wir ankamen, konnten wir gerade noch einen Blick auf die Kaskaden erhaschen, denn eine dicke Wolke schob sich zwischen uns und die Wasserfälle (Naolinco liegt immerhin auf 2000m). Der Mirador, der Aussichtspunkt, ist trotzdem einen Besuch wert, denn Eva und ich waren vorher auch noch nie dort. Am Busterminal fuhr uns gerade der Direktbus vor der Nase weg und wir mussten mit dem Bummelbus Vorlieb nehmen. In Xalapa haben wir uns die Marktzone angeschaut und haben dann vor “unserem” Haus die Nachbarn herumwuseln gesehen. Sie boten uns ungefragt an, ob wir nicht meiner Mutter das Haus zeigen wollten und schlossen und die Tür auf. So kam es, dass Mama das Haus besichtigen konnte, obwohl wir nicht mehr dort wohnten. Am Abend haben wir uns mit Freunden in einem Grill-Restaurant getroffen wo wir einen Tisch für 10 Personen reserviert hatten. Es gab Tequila gratis und die Stimmung war super. Gegen 22:30 Uhr waren wir dann am Plaza Lerdo beim Grito (Schrei), der järlichen erneuten Ausrufung der Unabhängigkeit. Den Gouverneur konnten wir zwar nicht sehen, wohl aber hören! Es war die Hölle los und das Feuerwerk war einmalig. Die vielen kleinen Kinder, die bei ihren Eltern auf dem Arm saßen, fingen alle an zu heulen. Später waren wir zum letzten Mal in einer mexikanischen Disco, zum letzten Mal wurden wir an einen Tisch drappiert, zum letzten Mal gabs eine Flasche Rum auf den Tisch, zum letzten Mal Live Musik in der Disco, alles zum letzten Mal! Wir hatten viel Spaß und feierten eine ausgelassen patriotische noche mexicana! Unseren vermeintlich letzten Tag in Xalapa haben wir langsam angehen lassen und sind mit dem Taxi so nah wir möglich ans abgesperrte Zentrum herangefahren. Im Parque Juárez haben wir uns Esquites gekauft und im Tepoz Nieves ein leckeres Eis gegessen.Anahi war mit dabei und Raymundo stieß dann auch noch zu uns. Gemeinsam haben wir ein letztes Mal den Parque Tecajetes besucht, die Pflanzenvielfalt bewundert, die riesigen Goldfische und die Schildkröten gefüttert und die Schlangen im neuen Herpetarium bestaunt. Später am Abend waren wir zu einem Abschiedsessen in einem unserer Lieblingsrestaurants, dem Salto de Xala, um Molcajete zu essen. Molcajete ist eigentlich nur das spanische Wort für einen steineren Mörser, aber bezeichnet auch ein Gericht mit Fleisch, Kaktus und Käse, das in eben diesen Mörsern im Ofen zubereitet wird – köstlich!
Am 17.09. sollte unser Flug von Veracruz nach Cancun gehen, wir sind also früh aufgestanden und wurden von Anahi und Faby mit einem großen Abschiedsplakat und Chilaquileszum Frühstück begrüßt! Aus dem Radio und dem Fernseher tönten leider weniger erfreuliche Nachrichten: Der Hurricane Karl war auf dem Weg nach Veracruz und das ziemlich schnell! Als ich das zum ersten Mal hörte, ahnte ich bereits, dass wir heute nicht fliegen würden. Karl wurde später als schwerer Hurricane in die Kategorie 4 eingestuft und vernichtete ganze Ernten, zerstörte Häuser sowie weite Teile der Infrastruktur in den Küstengebieten des Bundesstaates Veracruz. Unser Shuttlebus von Xalapa nach Veracruz fuhr planmäßig ab, doch auf halber Strecke meldete sich plötzlich der Fahrer zu Wort und erklärte, dass es kein Durchkommen gebe, dass alle Flüge gestrichen seien und fragte ob wir nicht lieber zurückfahren wollten, denn sonst müsste er uns an irgendeiner überschwemmten Straße weit vor den Toren der Stadt rauslassen. Wir sind dann natürlich zurückgefahren, was blieb uns auch anderes übrig. Das war mal wieder so eine typische Aktion: Der ADO-Shuttle ist mit uns losgefahren, damit die Fahrgäste keine Grundlage haben, den Reisepreis zurückzuverlangen, oder von der Fahrt zurückzutreten. Zurück in Xalapa herrschte erstmal große Aufregung, ich rief einen Freund beim Zivilschutz an, der mir sagte, dass vor Sonntag kein Flugzeug Veracruz verlassen würde und Anahi plagte sich mit der Warteschleife von VivaAeroBus, unserer Fluggesellschaft, herum. Nach vielen Stunden und vielen Versuchen erhielten wir dann die Bestätigung, dass unser Flug gestrichen sei und ein Ersatzflug für Sonntag den 19.09. geplant sei. Den restlichen Nachmittag verkrochen wir uns vor den Ausläufern des Hurricanes und verfolgten die Liveberichterstattung im Fernsehen – in Veracruz, wo Windgeschwindigkeiten von weit über 100km/h herrschten, versammelten sich die Leute mit einem Bierchen in der Hand vor einem Abholmarkt, andere flanierten mit ihrem Baby im Arm an der Hafenmole entlang und bestaunten die meterhohen Wellen. Verrückt.
Wir entschieden uns am 18.09. frühzeitig nach Veracruz zu fahren, um am nächsten Morgen keinen Stress am Flughafen zu bekommen. Nach einem Frühstück bei Anahi machten wir uns auf den Weg zur CAXA und fuhren mit einem regulären Bus nach Veracruz. Auf der Strecke konnten wir die furchtbaren Zerstörungen sehen, die Karl angerichtet hatte. Besonders die Stadt Cardel hatte es schlimm erwischt und unser Lieblingsstrand Chachalacas soll völlig verschwunden sein. In Veracruz checkten wir in einem Hotel in der Nähe des Hafens ein und verabredeten mit unserem Taxifahrer ein Treffen für den nächsten Morgen um 6 Uhr. Das große Aquarium von Veracruz hatte leider geschlossen und so machten wir einen langen Spaziergang auf dem wir diverse Aufräumarbeiten beobachten konnten. Die Menschen in Veracruz hatten sich erwartungsgemäß nicht übermäßig aus der Bahn werfen lassen und badeten schon wieder zwischen Trümmerteilen und angeschwemmtem Müll. Am Abend machten wir es uns am Zócalo gemütlich, genossen einen Shrimp Cocktail und zählten die fliegenden Händler, die im Sekundentakt an unseren Tisch kamen und uns alle erdenklichen Waren anboten…
Mamas ersten Tag bei Eva und mir in Mexiko wollten wir nicht ausschließlich am Strand verbringen, sondern auch ein bisschen was von der Gegend anschauen. Wir haben uns also ein paar klapperige Fahrräder geliehen und sind am frühen Vormittag zu den Ruinen von Tulum geradelt. Es war schon ziemlich heiß und wir sind gut ins Schwitzen gekommen, aber zum Glück kann man ja direkt bei den Ruinen ins azurblaube Meer springen! Mama war vollauf begeistert von der archäologischen Stätte und dem karibischen Wasser und so motiviert, dass wir uns mit den Rädern noch auf den Weg zum 8km entfernten Cenote Encanto machten. Das war ganz schön anstrengend, aber nach einer guten halben Stunde Fahrt vorbei an schönen Cabañas und Hostels waren wir am Ziel. 40 Pesos kostet der Eintritt, dafür konnte man sich im herrlich sauberen Süßwasser abkühlen und die Ruhe am Cenote genießen. Auf dem Rückweg nach Tulum sind wir im Restaurant El Tábano eingekehrt, wo es herrausragend gute Fischtacos und Crêpes mit Chile Poblano (eine milde Chili Art) gab. So gestärkt war der weitere Weg eine Kleinigkeit und wir kamen nach kurzer Zeit mit unseren Rädern am Playa Paraíso an. Diesen herrlichen Strand hatte ich im Frühjahr schon einmal besucht, nur diesmal gönnten wir uns auch eine Strandliege im Beachclub… Im Schatten einiger Palmen haben wir gedöst, im Meer gebadet und dann den Tag an der Bar ausklingen lassen. Auf dem Weg zum Hostel haben wir noch eine große Gruppe kleiner Bärchen (Wickelbären?) gesehen. Sie haben die Straße überquert und sich dabei von uns nicht wirklich stören lassen. Ein tolles Erlebnis!
Am 11.09.2010 haben wir eine Taxi Tour mit Domingo gemacht. Dieser Taxifahrer hatte mir, Eva, Christof und Beate schon im April einen guten Preis gemacht und mir seine Visitenkarte gegeben. Zunächst fuhren wir zum Cenote Calavera (dt. = Totenschädel), der 70 Pesos Eintritt pro Person kostete. Mama war begeistert, denn der Cenote war richtig klassisch: kreisrund eingestürztes Dach und kaltes Wasser. An der Höhlendecke hingen viele Fledermäuse und piepsten. Auf dem Grund des Wassers wurden diverse Totenschädel und Keramiken gefunden, hier wurden höchstwahrscheinlich Menschenopfer dargebracht – die Cenotes galten den Maya als heilige Eingänge zum Xibalba, der Unterwelt. Ich bin vom Rand des Cenote ca. 3m tief ins dunkle Wasser gesprungen, wo wir dann alle etwas schnorcheln konnten. Nach einer Weile sprangen auch zwei Taucher zu uns herab, die dann irgendwann unter uns in der Dunkelheit verschwanden. Nur zu gern wäre ich ihnen hinterher getaucht, aber mein frisch erworbener Tauchschein befähigt mich nicht zum Höhlentauchen… Nach diesem tollen ersten Eindruck und dem erfrischenden Bad fuhren wir mit dem Taxi zum riesigen Cenote Manatí direkt am Meer. Hier haben Manatis (Seekühe) ihre Jungen aufgezogen als der Cenote entdeckt wurde. Das Wasserbecken war von Mangroven umschlossen und unterirdisch mit dem Meer verbunden. Wir schnorchelten einmal komplett hindurch und sahen dabei diverse Fische und sehr große leuchtend blaue Krabben. Zum Abschluss fuhr uns Domingo zum Cenote Dos Ojos, den Eva und ich bereits kannten. Mama war hin und weg von diesem weit verzweigten Wassersystem und wir fühlten und auch pudelwohl. Was gibt es schöneres als bei 35 Grad schwüler Hitze in 17 Grad kühles Süßwasser mit Trinkwasserqualität zu springen? Nicht viel jedenfalls! Nachdem wir alles beschnorchelt hatten und die Schönheit des Ortes gebührend gewürdigt hatten, fuhren wir nach Akumal, einem kleinen Ort mit Strand am Highway Tulum – Playa del Carmen. Bevor wir dort ein köstliches Mittagessen im Restaurant Cueva del Pescador einnahmen, machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Lagune Yax-Ku, die wirklich wunderschön ist, aber 110 Pesos Eintritt kostete. Am Strand von Akumal haben wir schnell unsere Schnorchel-Ausrüstung angelegt und sind ins Wasser. Wie beim letzten Mal auch sahen wir schon nach wenigen Minuten die erste große Meeresschildkröte. Auch ein Rochen zeigte sich und wir waren alle absolut begeistert. Auf unserem Weg entlang am Riff haben wir neben den tollen Korallen noch diverse bunte Fischen und Krebse gesehen und Eva und Mama hatten das Glück, eine super riesige Schildkröte zu sehen. Nachmittags haben wir uns eine zuckersüße Melone im Schatten einer Palme gegönnt und bei Sonnenuntergang sind wir zurückgefahren nach Tulum. Nach einer Margharita und ein paar Enchiladas im Crucero-Restaurant sind wir totmüde ins Bett gefallen.
Am 12.09.2010 sind wir früh aufgestanden und mit einem Colectivo zum Freizeitpark XCARET(gesprochen Schkarett) gefahren. Dank der guten Mutter bekamen Eva und ich dieses (zugegebenermaßen sehr teure) Highlight der mexikanischen Karibikküste auch noch zu sehen! An dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür Mama! Im Park haben wir erstmal gut gefrühstückt und sind dann durch die Jalisco-Landschaft geschlendert. Dort sah es tatsächlich aus wie in der Gegend um Guadalajara und Tequila, wo Eva und ich im Frühjahr 2010 unterweg waren. Es gab eine Hacienda, Pferde und natürlich ein Agavenfeld zu sehen. Auf einem schön angelegten Dschungelpfad wanderten wir bis zum Anleger der Río Paraíso Bootstour: Auf einem kleinen Floß wurden wir eine ruhige ca. 15minütige Strecke entlang gestakt und es redete auch wirklich kaum jemand, um die entspannte Stimmung zu genießen. Im XCARET Park gibt es einen Haufen verschiedener Aktivitäten, die im Eintrittspreis enthalten sind, aber andere, wie z.B. mit Delfinen oder Haien schwimmen, eben nicht. Auf unserem Weg durch den Park haben wir auch die Voladores gesehen, die fliegenden Männer von Papantla, die Ich auch schon im Original beobachten konnte. Für Mama und viele viele Touristen ist es natürlich toll auch diese mexikanischen Traditionen im Park sehen zu können, denn nicht jeder hat die Zeit, wochenlang durch das ganze Land zu reisen. Bei der XCARET-Plus-Zone konnten wir uns Schnorchelausrüstung ausleihen und durch einen teilweise unteriridisch fließenden Fluss schnorcheln, der uns durch den ganzen Park bis ans Meer führte. Viele Fische gab es leider nicht zu sehen, es waren wohl einfach zu viele Menschen im Wasser unterwegs. Anschließend haben Eva und ich die Delfine beobachtet und uns an der Lagune entspannt, während Mama ihre gebuchte Snuba-Tour absolvierte. Snuba ist eine Mischung zwischen Snorkeling (Schnorcheln) und Scuba (Tauchen mit Pressluftflasche), wobei die Pressluftflasche nicht auf dem Rücken befestigt wird, sondern auf einem kleinen Gummiboot an der Wasseroberfläche verbleibt. Ein ca. 7m langer Schlauch mit Mundstück verbindet dann die Flasche mit dem Snuba-Diver. Eigentlich eine recht witzige Sache, da man im Gegensatz zum Schnorcheln viel weiter runter kommt und sich dort auch aufhalten kann, dabei aber keinen Tauchschein benötigt. Mama hat sich gut angestellt, es klappte alles und sie war begeistert von dem Ausflug! Auf dem Weg zum Mittagessen haben wir noch die Fütterung der Stachelrochen beobachtet und ein Becken mit unzähligen Meeresschildkröten entdeckt. Im Restaurant La Laguna haben wir dann ein wahnsinniges Buffet vorgesetzt bekommen: es gab einfach alles aus der mexikanischen Küche und außerdem diverses aus aller Welt, natürlich auch Pizza, Nudeln, Eis etc. pp. Dieses Essen war wirklich jeden einzelnen Peso wert! Nach dem ausgiebigen Mittagsmahl wurde die Zeit schon knapp für das was wir noch alles sehen wollten. Wir haben Manatis, Jaguare, Pumas und Schmetterlinge angeschaut und sind dann zu einer Reiter-Show geeilt. Die Charros in traditionellen Gewändern hatten einiges auf dem Kasten und als Höhepunkt der Show gab es sogar einen kraftvoll singenden Mariachi. Es dämmerte bereits und wir liefen zur großen Arena, um noch einen guten Platz bei der allabendlichen Show México Espectacular zu erhaschen. Die zweistündige Vorstellung war einfach großartig und übertraf all unsere Erwartungen, wir waren restlos begeistert! Es begann mit einen Maya Pelota-Spiel und ging dann weiter mit der dramatisch dargestellten spanischen Eroberung. Danach wurden Tänze und Musik aus verschiedenen Bundesstaaten präsentiert, u.a. der Karneval aus Veracruz und natürlich die Mariachis aus Jalisco. Später warteten wir dann an der Carretera, dem Highway Tulum - Playa del Carmen, auf ein Colectivo. Plötzlich hielt ein Taxi neben uns und bot uns an, uns für 90 Pesos nach Tulum zu bringen – billiger als ein Colectivo! So ein Glück, da haben wir heute wenigstens beim Transport gespart.
Playa del Carmen konnten wir nicht viel abgewinnen und sind nach einem guten Frühstück zum Cenote Cristalino gefahren. Dieser Cenote liegt direkt am Highway nach Tulum und ist somit leicht zu erreichen. Das kühle und klare Wasser des Cenote war eine herrliche Abkühlung. Die vielen kleinen Fische im Wasser umschwärtmen uns beim Schnorcheln und knabberten uns sogar an. Es waren nur wenige Leute dort und so hatten wir einen super entspannten Badetag. Am Nachmittag gings dann mit einem Colectivo zurück nach Playa. Am 09.09.2010 haben wir ein paar Stunden am Strand verbracht ehe Eva nach Tulum gefahren ist, um ein Hostel zu reservieren und ich nach Cancun aufgebrochen bin, um Mama am Flughafen abzuholen. Zum Glück lief alles reibungslos und Mama hatte keine Verspätung oder Probleme beim Zoll. Ich wehrte am Flughafen einige dreiste Betrüger ab, die uns Bustickets nach Tulum für Unsummen verkaufen wollten und organisierte zwei ADO-Tickets nach Playa. Dort kamen wir um 20 Uhr an und ich kaufte Mama die ersten mexikanischen Tacos ihres Lebens. Um 21 Uhr stiegen wir dann in einen Mayab Bus nach Tulum. Beim Einsteigen machte ich den Fahrer darauf aufmerksam, dass wir vor dem Ort am Hostel Crucero aussteigen möchten, aber das ignorierte der gute Mann offensichtlich, denn wir landeten im Zentrum Tulums und mussten nun ein Taxi nehmen, um zum Hostel zu kommen. Das war umständlich, aber es hat alles hingehauen und bald konnten wir uns in unserem großen klimatisierten Zimmer zur Ruhe betten.
Die Insel Cozumel wirkte auf den ersten Blick genauso touristisch wie der Strandort Playa del Carmen – überall wurden wir angequatscht (“Hey guys, come see my shop!”) und es lag ein großes Kreuzfahrtschiff vor Anker. Später erfuhr ich, dass die Haupteinnahmequelle der Insel der amerikanische Kreuzfahrttourismus ist. Wir mieteten uns in einem günstigen Hotel ein, dessen kratzbürstige Chefin nicht um den Preis des Zimmers feilschen wollte und die Haupteingangstür um 21 Uhr verrammelte. Wir sind losgezogen, um nach Tauchschulen zu suchen und um Preise zu vergleichen, denn ich hatte mir fest vorgenommen meinen international anerkannten PADI-Tauchschein hier zu machen, denn die Isla Cozumel ist seit Jacques Cousteaus Dokumentationen aus den 1960iger Jahren für ihre Riffe berühmt. Nach mehreren Angeboten habe ich mich für den Aldora Dive Shop entschieden, denn in den 3 Tagen des Kurses wollten die mich bereits zwei Mal mit rausnehmen, um am Riff zu tauchen. Am 05.09. stand ich dann um 9 Uhr früh gemeinsam mit Eva auf der Matte und Memo, der freundliche Mann vom Vorabend, fuhr uns mit seinem Auto ans Meer. Der Aldora Dive Shop hat eine eigenen Villa direkt am Meer, wo man in entspannter Atmosphäre im Pool oder im ruhigen Wasser üben kann. Eva durfte mit und schnochelte während ich meine erste Unterrichtsstunde absolvierte. Mein ägyptischer Tauchlehrer Sherief ist ein Mann der Praxis und nachdem wir die grundlegenden Dinge besprochen hatten, die ich am Vortag schon im Lehrbuch gelesen hatte, setzten wir die Ausrüstung zusammen und eh ich mich versah, war ich schon am tauchen. Wir machten verschiedene Übungen und absolvierten das gesamte Basisprogramm an einem Vormittag. Es war ein erhebendes Gefühl schwerelos unter Wasser zu sein und dort mehr als eine Stunde lang atmen zu können. Ganz zu Schweigen von den vielen tollen Fischen, Krebsen und Rochen, die ich bereits in diesem Flachwasser zu sehen bekam. Den Nachmittag verbrachten Eva und ich am Paradise Beach, der nur mit einem Taxi für 100 Pesos zu erreichen war. Am nächsten Morgen ging es etwas früher los, um 7:30 Uhr stand ich an der Mole und wurde der Crew des großen Tauchbootes vorgestellt. Neben meinem Tauchlehrer Sherief waren noch der Kapitän sowie ein Matrose an Bord, der für kleinere Arbeiten und die gesamte Tauchausrüstung zuständig war. Mit etwas Verspätung traf dann auch die dreiköpfige amerikanische Familie ein, die den Tauchgang gebucht hatte. Ich schluckte noch schnell meine Pille gegen Seekrankheit und dann brausten wir bei strahlendem Sonnenschein los in Richtung Süden zu den Riffen. Sherief gab uns eine Einweisung und ging mit mir nochmal die Ausrüstung und alle wichtigen Schritte durch. Als wir schließlich ausgerüstet am Heck saßen und kurz davor waren, ins Meer zu springen, war ich schon etwas aufgeregt, aber nach den ersten paar Minuten im Wasser verflüchtigte sich das. Ich merkte, dass ich keinerlei Probleme mit den Signalen hatte, die Sherief mir gab, die Ausrüstung funktionierte tadellos und der Druckausgleich klappte genauso gut wie erhofft. Wir sanken auf eine Tiefe von knapp 50 Fuß (15m) und schwebten über herrlichen Korallen. Bunte Fische umschwärmten uns und ich war einfach nur gebannt von alledem. Nach diesem ca. einstündigen Tauchgang, der für mich mit ein paar Übungen endete, machten wir eine Stunde Pause an einem Strand. Die Amis aßen in einem überteuerten Restaurant zu Mittag, ich studierte mein Lehrbuch. Für den zweiten Tauchgang fuhren wir zu einem anderen Korallenriff, an dem es ebenfalls viel zu sehen gab: Eine Moräne verteidigte mit offenem Maul ihr Territorium. Unter Wasser musste ich meine Maske absetzen und weitere Fertigkeiten unter Beweis stellen. Wir beendeten auch diesen Tauchgang mit einigen Notfallübungen. Eva hatte den ganzen Tag im Hotel oder Internet Cafe verbracht, so dass wir beide beschlossen, zu fragen, ob sie am nächsten Tag nicht mitkommen könnte. Wie erwartet stellte das kein Problem dar und so standen wir am 07.09. gemeinsam um 7:30 Uhr an der Mole. Sherief, die drei Amis vom Vortag und ich machten unseren ersten Tauchgang am Palancar Gardens Korallenriff, während Eva mit dem Matrosen schnorchelte und einen Heiratsantrag bekam. Sherief hatte seine Unterwasser Kamera mit und wir konnten ein paar coole Fotos schießen. Das Palancar Gardens Riff ist laberintartig und wir mussten unter mehreren Felsen und Korallen hindurchtauchen. Teilweise bäumte sich dieser mysthische Korallengarten mehrere Meter über mir auf, die Farben waren unglaublich, die Artenvielfalt flößte mir Ehrfurcht vor der Evolution ein. Winzige rote Seeschnecken führten ein Ballett auf, ein Rochen flog skeptisch an uns vorbei und ein riesiger (knapp 30cm groß) Einsiedlerkrebs krabbelte in mein Sichtfeld. Beim Auftauchen übten wir einen kontrollierten Notaufstieg und zurück an Bord musste ich Eva ersteinmal alles berichten – soviele Eindrücke! Nach der obligatorischen Mittagspause am Strand fuhren wir zum San Francisco Riff und gingen auf ungefähr 40 Fuß (12m) Tiefe. Das Riff war völlig anders, aber auch hier gab es eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt zu bestaunen. Die tollsten Fische der Welt gaben sich ein Stelldichein, eine Meeresschildkröte kreuzte unseren Weg und eine weitere Moräne kam uns vor die Kamera. Irgendwann fiel das Riff steil ab, die Fische dort an der Wand wurden immer größer, aber mehr als ein paar Meter habe ich mich nicht hinuntergetraut. diese Steilwand führte in bodenlose Finsternis. Wir blieben oben auf dem hellen Riff und tauchten schließlich nach etwas mehr als einer Stunde auf. Am Nachmittag machte ich meine Prüfung und zahlte (nachdem alle außer mir diesen unwesentlichen Punkt vergessen hatten). Eva und ich erwischten noch die 19 Uhr Fähre, so dass wir eine halbe Stunde später in Playa del Carmen ankamen und uns für die Nacht eine cabaña am Strand nahmen.
Am Donnerstag den 02.09. waren wir den ganzen Tag auf Achse, die Fahrt nach Flores dauerte 8 Stunden und war mehr als unbequem, da Eva und ich auf Notsitzen ausharren mussten. In dem alten Minibus (ein 9-Sitzer) reisten wir – Fahrer inbegriffen – mit 15 Personen! Aber so ist Reisen in Guatemala: Anstrengend, unbequem und manchmal kompliziert. In Flores haben wir nicht viel mehr getan als zwei Bustickets fuer den naechsten Tag nach Chetumal in Mexiko zu kaufen und dann zeitig ins Bett zu gehen, denn um 5 Uhr frueh sollte es losgehn.
Mit etwas Verspätung fuhr unser Bus von Flores dann los und wir ueberquerten nach kurzer Zeit die Grenze von Guatemala nach Belize. Dank unseres mexikanischen Visums bekamen wir einen Rabatt bei der Ausreisegebuehr und relativ unkompliziert betraten wir Belize. Wir wechselten unsere guatemaltekischen Quetzales in belizianische Dollars und setzten die Fahrt fort. Die Landschaft veraenderte sich nicht grundlegend, aber die Hauser waren ploetzlich nicht mehr aus Beton und Stein gebaut, sondern aus ordentlichen Holzbrettern. Alle Haeuser standen auf Pfosten und hatten eine – meist weisse – Veranda. Alles wirkte sehr karibisch und entspannt. Die Menschen, meist Schwarze, sahen aus wie Bilderbuch-Jamaikaner und sprachen ein eigentümliches Englisch, manche auch etwas Spanisch. Wir kauften uns während unserer kurzen Mittagspause Reis mit Bohnen, Hähnchen und Kartoffelsalat bei einer dicken Mutti mit Schandmaul und liessen uns das Essen mit einem guten Spritzer belizianischer Chili-Sauce verfeinern. Irgendwann erreichten wir die Grenze von Belize nach Mexiko, zahlten 30 Belize Dollar Ausreisegebühr pro Person und spazierten ueber den Río Onda nach Mexiko. An der Grenze behelligte uns niemand, niemand wollte unseren Pass sehen oder hielt uns auf. Wir gingen vorbei an Grenzern, Soldaten und Polizisten und kletterten wieder in unseren Bus. Die Umgebung aenderte sich schlagartig, ploetzlich war wieder alles auf Beton, die Fenster der Haeuser vergittert, die Strassen sehr ordentlich und gut in Schuss. Wir erreichten unser Ziel, die Grenzstadt Chetumal nach insgesamt 7 Stunden Fahrt und fanden Unterschlupf bei Alvin, unserem Couchsurfer, den wir am Vortag um Obdach gebeten hatten. Bei Alvin war schon gut was los, er wohnt zusammen mit einer Italienerin, die ihren Bruder zu Besuch hatte und ausserdem waren schon zwei Couchsurfer dort und ein paar Freunde. Wir mussten aufs Hausdach klettern und durch eine offene Hintertuer einsteigen, da Alvin die Eingangstuer verrammelt hatte und noch nicht wieder zu Hause war. Alle anderen waren auch auf diese Weise ins Haus gelangt. Wenig spaeter saßen wir in einem klimatisierten Van und fuhren mit Bier im Kofferraum zu einem Balneario, einer natuerlichen herrlich kuehlen Mineralquelle in der Naehe von Chetumal. Eva und ich hatten an diesem Tag, dem 03.09. unseren 6-jaehrigen Jahrestag und freuten uns, dass wir noch was anderes machen konnten ausser Busfahren! Der Nachmittag war super, der Abend auch und mit einem Traenchen im Auge nahmen wir am Morgen des 04.09. Abschied von der ganzen Bande und fuhren mit dem ADO 1-Klasse Bus nach Playa del Carmen. Nach 4,5 Stunden Fahrt kamen wir in diesem Strandort an, der an der Grenze zum Massentourismus steht und uns nicht sonderlich reizte. Schnell kauften wir uns ein Ticket fuer die Faehre zur Isla Cozumel, wo ich meinen Tauchschein machen wollte. Nach 2 Stunden Wartezeit und einem Bad im warmen karibischen Meer setzten wir dann endlich zur Isla Cozumel ueber.
Am spaeten Abend des 31.08. kamen wir nach knapp 8 Stunden Fahrt in der Gemeinde Lanquín an. Es war dunkel, es regnete, aber ich hatte schon damit gerechnet, dass wir eine Nacht im Dschungel verbringen muessen, denn auf dem Weg durch den Wald standen wir auf einmal vor einem Erdrutsch. Na ja, wir sind gut angekommen, aber wir hatten noch keine Unterkunft… Unser Fahrer hat uns in dem ausgestorbenen Ort stehen lassen und wir sind zu Fuss in Latschen und mit den riesigen Rucksaecken durch die vollstaendige Dunkelheit Richtung Wald gelatscht, um zum Hostel Zephyr zu kommen. Die Einheimischen sprechen nicht gut Spanisch, denn ihre Muttersprache ist Q´uequi, eine Mayasprache. Mit ein bisschen Glueck kamen wir an, aber das Hostel war total ueberfuellt mit laermenden Gringos. Irgendwie surreal in dieser Umgebung. Es blieb uns nichts anderes uebrig als zurueck zu wackeln und im Ort ein Hotel zu nehmen. Am naechsten Morgen sind wir nach einigem Verhandeln auf einem Jeep mitgefahren nach Semuc Champey (Q´uequi fuer Der Ort an dem der Fluss in der Erde verschwindet). Dieses Naturspektakel befindet sich 9 km von Lanquín entfernt und nach knapp einer Stunde auf der Ladeflaeche des Jeeps kamen wir dort an. Semuc Champey ist ein Ort, an dem der Río Cahabón sich ueber eine Distanz von 300 m seinen Weg durch ein Hoehlensystem bahnt – oben auf der Hoehle haben sich verschieden grosse Becken gebildet, die mit kristallklarem kuehlem Wasser gefuellt sind und einfach einmalig gut zum Baden geeignet sind! Wir haben ausgiebig geplanscht und nachdem ich Eva in einem Restaurant abgeliefert hatte, bin ich zur nahegelegenen Hoehle Las Marias gegangen. Um es vorwegzunehmen: Diese Hoehlentour rangiert ganz oben unter den grossartigsten Dingen, die ich je gemacht habe! Ich habe mich einer kleinen Gruppe angeschlossen (Ein Aussi, ein Ami, eine Kanadierin) und nachdem uns der guía jeweils eine Kerze in die Hand gedrueckt und entzuendet hatte, gings los. Nach wenigen Augenblicken umschloss uns die Dunkelheit und wir standen bis zum Hals im Wasser. Ein Stueckchen rechts von uns merkte man die Stroemung und hinter uns donnerte ein Wasserfall einige Meter in die Tiefe. Unser guía schaerfte uns ein, nicht in die Stroemung zu treten und so hielten wir uns links und bald wurde es ruhiger. Die Kerzen flackerten und erhellten nur unzureichend das Hoehlengewoelbe das sich vor uns auftat. Das Ganze waere in fast jedem anderen Land der Welt verboten glaube ich, denn es war wirklich sehr krass gefaehrlich. Wir mussten durch dunkles Wasser waten, uns durch eine reissende Stroemung an einem kleinen Seil hindurchzerren, schwimmen, an glitschigen Seilleitern klettern, absteigen, kauern und das Alles mit nur einer Hand wegen der Kerze. Als wir unter einem tosenden Wasserfall hindurch kletterten, war ich froh, dass ich meine Taschenlampe dabei hatte, denn dem Australier und der Kanadierin gingen die Kerzen aus (meine war schon lange aus) und der guía machte sich scheinbar einen Spass daraus, immer wieder um irgendwelche Biegungen zu verschwinden und uns in dem tosenden Hoehlensystem alleine zu lassen. Als das Wasser wegen des Regens draussen langsam zu steigen begann, machten wir uns auf den Rueckweg und wir waren alle heilfroh, dass wir nur Schnittwunden und Prellungen davongetragen hatten. Am Vortag wurde eine Gruppe vom starken Regen ueberrascht und die Leute gerieten in Panik, denn sie waren noch ziemlich weit drinnen und es waren wohl nur noch 30 cm zwischen Wasser und Hoehlendecke. Der guía erzaehlte die Geschichte mit einem Schmunzeln, ein franzoesisches Paar, das die Sache live miterlebt hatte, berichtete uns das Ganze aus der Sicht des Opfers. Naja, ich bin gut rausgekommen und es war wirklich ein Kick! Absolut berauschend! Am Abend waren wir im Hostel El Retiro, das wirklich super ruhig am Fluss gelegen ist und neben Betten im Schlafsaal auch cabañas vermietet. Wir haben den Abend an der Bar verbracht und uns mit ein paar Hippies unterhalten. Am naechsten Morgen stiegen wir um 8 Uhr in unseren Minibus nach Flores…
Am 29.08. standen wir um 08:15 Uhr Morgens am Busterminal, denn um 08:30 Uhr sollte es losgehen nach Río Dulce. Um 09:15 Uhr verliessen wir dann endlich Santa Elena und nach 4,5 Stunden Fahrt vorbei an Unmengen von Rindern auf brandgerodeten Weiden, kamen wir im verschlafenen Río Dulce an. Der Ort ist benannt nach dem Fluss an dem er liegt und ist bekannt fuer seine herrliche Natur. Der Río Dulce, der suesse Fluss, fliesst ins karibische Meer und das ruhige Wasser hier dient vielen Yacht-Besitzern (vornehmlich Gringos) als Winterquartier. Wir entschieden uns fuer das Hostel Casa Perico, das von zwei Schweizern gefuehrt wird. Wir wurden mit einem Motorboot abgeholt und waren nach knapp 10 min am Hostel angekommen. Es liegt wunderbar versteckt in einem Seitenarm des Flusses und ist nur per Boot zu erreichen. Rundherum wachsen hohe Baeume auf kleinen Inseln und das ganze Hostel ist umgeben von dichter mangrovenaehnlicher Vegetation. Im Wasser tummeln sich Fische und Schildkroeten und im Palmen-Dach unseres Zimmers hatten es sich diverse Fledermaeuse gemuetlich gemacht. Das Hostel hat eine super Bar direkt am Wasser und man kann sich ein Ruderboot oder Kayak ausleihen und damit auf den Fluss rausfahren zum Baden. Die Schweizer haben ein Floss im Wasser befestigt, auf dem man sich sonnen kann und das als Sprungbrett dient. Auf beiden Seiten des Fluss stehen beeindruckende Anwesen mit riesigen “Garagen” fuer die Yachten. Eine Bootsstunde noerdlich von Río Dulce, dort wo der Fluss ins karibische Meer muendet, liegt Lívingston, eine Stadt deren Einwohner fast ausschliesslich schwarz sind und garífuna sprechen. Die Kultur dort ist anders als im Rest von Guatemala, laut Reisefuehrer sind die Leute dort Nachfahren von schwarzen Sklaven, englischen und franzoesischen Piraten und der Maya-Urbevoelkerung des Landes. An unserem zweiten Tag in Río Dulce sind wir zur Finca El Paraíso gefahren, einem wundervollen heissen Wasserfall mitten im Wald. Die Thermalquelle, die den Wasserfall speist hat vielleicht 45 Grad und fliesst unterirdisch noch durch ein paar Hoehlen in denen so eine Art Dschungel-Sauna entsteht. In einer der Hoehlen neben dem Wasserfall haben wir Tausende Fledermaeuse entdeckt, die sich in dem stickigen Loch recht wohl zu fuehlen schienen. Neben dem heissen Wasserfall gab es noch einen kuehlen Fluss, den wir zum Baden dann bevorzugten. Der tolle Eindruck des Ortes wurde von dem miserablen Essen getruebt, das uns im Restaurant am Eingang der Finca El Paraíso aufgetischt wurde – ich musste alles zurueckgehen lassen. So einen Frass hat man mir zuletzt im Januar an der mexikanischen Pazifikkueste aufgetischt. Abends im Hostel haben wir dafuer wieder super gegessen und es uns mit einem Gallo-Bier an der Bar gemuetlich gemacht. Irgendwann kam ein aelteres deutsches Ehepaar, das in Río Dulce mit ihrem Boot vor Anker liegt, um ein Bier bei den Schweizern zu trinken. Hugo erzaehlte allerlei Seemanns-Geschichten, was man eben alles so erlebt, wenn man um die Welt segelt. Mir ist in Erinnerung geblieben, dass Mitte August ein bekannter Bootseigener in Río Dulce ermordet wurde – vermutlich Drogenkriminalitaet. Am 31.08. sind wir nach dem Fruehstueck nochmal mit dem Ruderboot zum Baden auf den Fluss gefahren und haben uns dann mit dem Motorboot an Land bringen lassen. Um 13 Uhr sind wir in einen kleinen LKW geklettert, der uns (nach Auskunft des Fahrers) in 3 Stunden nach Lanquín im Herzen Guatemalas bringen sollte…
Mein mexikanischer Freund Jaffet hat mich auf ein Video von der diesjährigen Xiqueñada aufmerksam gemacht, welches ich niemandem vorenthalten möchte. Xico ist ein Dorf ca. 20 min von Xalapa entfernt, dort gibt es eine Stierkampfarena und jedes Jahr wird eben die Xiqueñada abgehalten, bei der Stiere durch die Straßen getrieben werdenund – genau wie in Pamplona in Spanien – laufen junge Leute vor und neben den Stieren her. Seht selbst:
Am 27.08. sind wir früh aufgestanden und haben uns auf den kurzen Weg zum Río Usumacinta gemacht, dem Grenzfluss zwischen Mexiko und Guatemala. Nachdem wir die Formalitaeten im mexikanischen Migrationsbuero geregelt hatten, wurden wir in ein kleines Boot verfrachtet und ueber den breiten Fluss gefahren. Auf der anderen Seite sah es nicht viel anders aus als in Mexiko. Wir nahmen einen klapprigen Bus zu der Siedlung Bethel, wo wir im guatemaltekischen Migrationsbuero den Pass stempeln lassen mussten. Die Grenzer zockten jedem Touristen 40 Quetzales ab (knapp 4 Euro) und liessen uns dann weiterfahren. Das Geld hatten wir zu einem relativ guten Peso-Quetzal Wechselkurs bei einer Omi auf der Strasse gewechselt und aergerten uns spaeter in Flores, dass wir nicht mehr Pesos getauscht hatten, denn in Flores will niemand Pesos (oder der Wechselkurs ist unter aller Sau)! Mit unserem klapprigen Bus quaelten wir uns 4 Stunden lang ueber staubige Schotterpisten vorbei an abgesoffenen Huetten, schmuddeligen Kindern und Unmengen von Kuehen bis nach Santa Elena. Hier stoppten wir, ein unendlich schmieriger Touristen-Schlepper stieg zu und pries seine Touren an und wir fanden einen Geldautomaten, um genug Quetzales abzuheben. Santa Elena ist eine Kleinstadt, die am See Peten Itza liegt und von Touristen nur wegen dem Busterminal und dem Geldautomaten angesteuert wird. Auf dem See befindet sich die pittoreske Insel Flores, die durch eine Bruecke mit Santa Elena verbunden ist. Die Insel hiess bis zur spanischen Eroberung durch Pedro de AlvaradoTayasal und war eine der letzten Maya Staedte. Auf der Insel angekommen mieteten wir uns im sympathischen Hostel “Los Amigos” ein und goennten uns erstmal eine Erfrischung. In einer Agentur haben wir dann noch einen Ausflug nach Tikal (eine der groessten antiken Maya Staedte) gebucht, um 4:30 Uhr frueh am naechsten Morgen sollte es losgehn!
Gegen 5 Uhr wurden wir von einem Kleinbus abgeholt, es gab ein bisschen Verwirrung, da Eva und ich eine spanischsprachige Fuehrung wollten, aber das klappte dann auch. Nach 1,5 Stunden Fahrt ueber eine gute Strasse durch den Petén Urwald standen wir am Eingang von Tikal. Es gab wieder etwas Hick-Hack, aber letztlich wurden wir zu einer spanischsprachigen Gruppe gefuehrt und die Tour konnte beginnen. Wir waren heilfroh, denn die englischsprachige Gruppe, der wir zugeteilt werden sollten, bestand aus 25 Leuten und der guía sprach ein furchtbares stotterndes Grundschulenglisch. Unser Touri-Fuehrer erzaehlte uns zuerst einiges ueber die Cosmovision der alten Maya und ueber die Flora und Fauna von Tikal. Er zeigte uns z.B. eine Pflanze deren Blaetter man zwischen den Fingern zereibt und sich dann damit einreibt, um Insekten zu vertreiben. Ausserdem haben wir unendlich viele Tiere gesehen: Spinnenaffen, sehr laute Bruellaffen, eine grosse Vogelspinne, die ich auf die Hand nehmen konnte, zwei Graufuechse, Urwald-Truthaehne, “Ratten-Schweine”, riesige blaue und weisse Schmetterlinge und kleine freche Baerchen, deren Namen ich vergessen habe, die aber einem Nasenbaeren nicht unaehnlich sind. Wirklich Einzigartig! Unser guía erklaerte uns viel ueber die Geschichte von Tikal und so erfuhren wir, dass die aeltesten Strukturen aus dem Jahr 600 v. Chr. stammen, die letzten Gebaeude aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. Seine Bluete erlebte die Stadt in der klassischen Periode von ca. 200 bis 850 n. Chr. Die Stadt beherbergte um die 100.000 Menschen und erstreckte sich auf einem Areal von 60 km², von denen heute nur knapp 16 km² freigelegt sind. In Tikal gibt es mehrere beeindruckende Pyramiden zu sehen, darunter den Templo de las Máscaras und den Templo del gran Jaguar, und viele kann man erklettern! Vom Dach der Pyramiden hat man einen atemberaubenden Blick ueber den Wald, aus dem nur die Spitze der anderen Pyramiden hervorragen. Die Bruellaffen schreien, die Zikaden zirpen. Ansonsten herrscht Stille. Auf der Spitze eines Tempels haben wir gefruehstueckt und nach knapp 4,5 Stunden war die Fuehrung beendet. Gegen Mittag sind wir nach Flores zurueckgekehrt und haben im “Terminal der Inkompetenz” zwei Tickets fuer den naechsten Tag nach Río Dulce gekauft. Den Rest des Tages haben wir im Hostel verbracht – dort laufen den ganzen Tag Dokus im Fernsehen und es gibt koestliche Drinks und nette Gesellschaft aus aller Herren Länder. Nur das rein vegetarische Essen kann mich nicht ueberzeugen…
Ein Minibus sollte uns am 26.08. um 6 Uhr früh am Hostel im Panchán-Wald bei Palenque abholen, aber es ging ganz mexikanisch zu und wir warteten bis 6:30 Uhr in der Dunkelheit. Anne, eine kleine Französin und Jessica, eine Britin, leisteten uns Gesellschaft. Gegen 7:30 Uhr hielten wir an einem rustikalen Hotel, wo wir ein super leckeres Frühstück vorgesetzt bekamen. Nach einer weiteren guten Stunde Fahrt kamen wir in Frontera Corozal an. Dieses verschlafene Dorf, in dem es nichts gibt außer einem kleinen Migrationsbüro und einem Bootsanleger, liegt direkt am Río Usumacinta, dem breiten Grenzfluss zwischen Mexiko und Guatemala. Wir waren eine Gruppe von ungefähr 10 Personen und verstanden uns alle recht gut miteinander. Während der vierzigminütigen schnellen Fahrt auf dem Fluss konnten wir schon mal einen ersten Blick auf Guatemala werfen, das sich genau so präsentierte wie Mexiko am gegenüberliegenden Ufer: Grüner undurchdringlicher Wald. Plötzlich kamen die ersten Ruinen am Ufer in Sicht und wir legten an. Nach kurzem Marsch durch den Wald sahen wir bereits die ersten Brüllaffen und Spinnenaffen. Der ganze Wald war erfüllt vom Geschrei der Affen und dem unheimlichen Gezirpe (der Ton erinnert an eine Ketttensäge) einer hier heimischen Grillenart. Da Yaxchilán, der Ort der grünen Steine, relativ abgeschieden liegt und nur mit dem Boot zu erreichen ist, waren nicht viele Touristen unterwegs und wir konnten die unbeschreibliche Stimmung an diesem Ort in vollen Zügen genießen. Zuerst sind wir mit der Taschenlampe in das El Laberinto genannte Gebäude vorgedrungen, in dem es vor Fledermäusen nur so wimmelte. Verzweigte unterirdische Gänge führten in Kammern oder zu weiteren Wegkreuzungen. Kröten, riesenhafte skorpionähnliche Spinnen und Fledermäuse hatten sich hier häuslich niedergelassen und bald war unser Entdeckerdrang so sehr geschrumpft, dass wir uns zurück zum Ausgang tasteten und uns freuten wieder in der Gluthitze der tropischen Sonne zu stehen. Yaxchilán wurde im frühen 4. Jahrhundert von einem Herrscher mit dem interessanten Namen Yat-Balam (Penis-Jaguar) gegründet und erlebte seine Blüte im 8. Jahrhundert. Palenque in Mexiko, Tikal in Guatemala und auch Copán in Honduras standen allesamt unter der Fuchtel der Herrscher Yaxchiláns. Diese überragende Machtfülle lässt sich heute noch in riesigen Steelen, Türstürzen, Reliefs und Skulpturen ablesen. Die Erforschung der Stätte begann im späten 19. Jahrhundert und dauerte bis in die 1990-iger Jahre des 20. Jahrhunderts an. Trotz Allem ist nur ein kleiner Teil der ehemaligen Maya-Metropole sichtbar und für Touristen zugänglich. Von der großen Plaza aus führt eine beeindruckende Treppe hinauf zur Acrópolis, wo sich ein unglaublich gut erhaltener Tempel erhebt. Die ganze Zeit über kletterten die Affen über unseren Köpfen umher und wir konnten sogar eine Mutter mit ihrem Jungen beobachten. Auf dem Weg von der kleinen Acrópolis zurück zum Boot hatten wir es eilig, denn es waren nur zwei Stunden für den Besuch der Ruinen vorgesehen… Im schnellen Schritt bin ich die steinernen Stufen im Urwald heruntergegangen und erschrak plötzlich ziemlich, als eine Schlange nach mir schnappte, sich aufbäumte, fauchte und dann im Dickicht verschwand. Das war mir doch am Misol-Ha Wasserfall erst passiert! Unglaublich, an zwei Tagen wurde ich zwei Mal in Folge von Schlangen attackiert. Die Schlange in Yaxchilán war allerdings mehr als einen Meter lang und um einiges furchteinflößender als die vom Vortag. Als wir beim Boot ankamen, saßen alle schon auf ihren Plätzen und es ging direkt los. Nach 50 Minuten Bootsfahrt und einer guten Stunde mit dem Minibus kamen wir in Bonampak an. Die Lacandonen, die Maya-Ureinwohner dieser Region, tragen lange weiße Gewänder und lange schwarze Haare mit Pony. Ein ganzer Haufen Lacandonen-Kinder umschwirrte uns als wir aus dem Bus stiegen und ein Junge fragte mich nach Mückenabwehrmittel. Außer ein paar Schlüsselanhängern und Kleinkram konnten wir den Kindern nichts geben, aber sie zogen zufrieden ab. Die Lacandonen wussten seit Jahrhunderten von den Ruinen im Wald, für die westliche Welt wurde Bonampak aber erst 1946 von Charles Frey, einem amerikanischen Abenteurer, entdeckt. Jahrzehnte lang war Bonampak nur aus der Luft zu erreichen – davon zeugt heute noch eine Piste am Rande der Ruinenstadt – aber wir kamen mit unserem Minibus über eine gut ausgebaute Straße mitten durch den Wald direkt bis zum Eingang. Vom Aufbau her erinnerte mich die Stätte an Toniná bei Ocosingo, dabei gab es doch sehr deutliche Unterschiede. Bonampak ist berühmt für seine Wandmalereien im Tempel der Bilder, den wir nur jeweils zu dritt betreten durften. Dabei mussten Rucksäcke, Sonnenbrillen etc. vorher abgegeben werden und Fotos natürlich ohne Blitz! Die Farben der Malereien sind toll erhalten und die verschiedenen Szenen wirken sehr lebendig. Unter Anderem sieht man wie ein Gefangener geopfert wird und viel rotes Blut fließt. Von der archäologischen Stätte aus war es noch ein kleines Stück bis zu einem Lacandonen-Dorf, in dessen Nähe ein paar Cabañas standen, wo wir die Nacht verbringen sollten. Eva und ich hatten eine einfache Hütte mit Palmendach und in der Nacht gewitterte es fürchterlich, aber alles hat gehalten und ich hab super geschlafen. Zuvor war ich noch bei der Hütte eines traditionell gekleideten Maya Mannes, den ich nach Bier fragte. Als er mir eine Dose für 30 Pesos verkaufen wollte, begann ich mit ihm zu feilschen, aber er blieb hart. Bier komme ja nur mit den Christen hierher und sei rar sagte er. Dabei zeigte er mit dem Finger abfällig auf die Richtung, aus der schon seit zwei Stunden der Lärm einer scheinbar christlichen Messe dröhnte: eine hasserfüllte, größtenteils geschriene Predigt im Wechsel mit grauenhaft schiefem Gesang.
Am 24.08., unserem ersten Tag in Palenque, wurden wir von Brüllaffen und exotischen Vögeln geweckt und sind nach einem Frühstück im Panchán-Wald direkt aufgebrochen in den Nationalpark, um die Ruinen von Palenque zu besichtigen. Um es direkt vorweg zu nehmen, Palenque rangiert auf meiner persönlichen Top 10 der archäologischen Stätten ganz weit oben, vielleicht sogar auf Platz 1! Der Name Palenque bedeutet Palisade, doch als die Stadt noch bewohnt war, wurde sie höchstwahrscheinlich Lakamha´ (Großes Wasser) genannt. Die Stadt blühte vom 4. bis ins 9. Jahrhundert n. Chr. und ihr berühmtester Herrscher war K´inich Janaab Pakal I., besser bekannt als Pakal der Große. Er herrschte von 615 bis 683 n. Chr. und zeichnet für viele Bauwerke in Palenque verantwortlich. Dieser große König wurde im beeindruckenden Templo de las inscripciones, dem Tempel der Inschriften, begraben und sein riesiger Sarkopharg wurde dort in den 50-iger Jahren von dem mexikanischen archäologen Alberto Ruy Lhuillier entdeckt. Dies und vieles mehr erzählte uns unser guía, den wir uns für 150 Pesos angeheuert hatten. Der Tempel der Inschriften ist leider für die Öffentlichkeit gesperrt, da die Feuchtigkeit der Atemluft und das Blitzlicht der Fotoapparate den kostbaren Inschriften bereits schwer zugesetzt haben. Aber auch so war der Besuch in Palenque einmalig – wir konnten mehrere Pyramiden erklimmen, haben den Palast mit seinen arabisch anmutenden Nischen und Bögen sowie wunderschönen und feingearbeitete Stuckreliefs, einem Abwassersystem, Dampfbädern und Toiletten besichtigt. Nur ein kleiner Teil der Stadt ist überhaupt für Touristen zugänglich, mehr als 90% aller Bauten liegen unter dichter Vegetation versteckt, werden restauriert oder warten noch auf Wiederentdeckung. Toll war auch, dass wir die ganze Zeit Brüllaffen um uns herum hatten, die sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen ließen. Nach ca. 40 min Wanderung durch den Wald, vorbei an weiteren Gebäudegruppen, die man zum Teil mit der Taschenlampe erkunden musste, kamen wir am Museum an und bewunderten dort die Nachbildung des Sarkophargs von König Pakal.
Am 25.08. haben wir die Wasserfall-Tour ins Rebellengebiet gemacht und die Kaskaden von Misol-Ha und Agua Azul besucht. Auf der Straße stand irgendwann ein großes Hinweisschild mit der Aufschrift: “Sie befinden sich nun in Zapatisten-Gebiet, hier befiehlt das Volk.” Auf Grund der unsicheren Situation und der Konflikte zwischen Rebellen und Regierung und v.a. paramilitärischen Gruppen, wurde der Wasserfall Agua Clara von der Tour ausgenommen, da es dort vor Kurzem zu Zwischenfällen gekommen war. In Misol-Ha war aber alles ruhig und wir konnten die beeindruckende Kaskade genießen. Das Beste war, dass man auf einem schmalen Pfad hinter den breiten donnernden Wasserfall gelangen konnte. Ich fühlte mich ein bisschen wie in einem alten Robin Hood-Film! Klatschnass bin ich ein paar Treppenstufen hinunter gegangen, um zum Fluss zu kommen und auf einmal schoss eine Schlange auf mein Schienbein zu und schnappte nach mir. Glücklicherweise hat sie mich knapp verfehlt! Das Tier war rund einen Meter lang und ziemlich aggressiv und unser guía meinte, dass die Schlange sehr wahrscheinlich giftig war. Nach meiner Begegnung mit der Korallenschlange war das meine zweite Erfahrung mit Schlangen in Mexiko. Nach einer weiteren knappen Stunde im Minibus kamen wir am berühmten Agua Azul an. Wegen der Regenzeit war das Wasser aber leider nicht azul (blau), sondern café (braun). Das nahm den Kaskaden etwas von ihrer Schönheit, nicht aber von ihrer beeindruckenden Größe. Über mehrere Hundert Meter erstrecken sich die Fälle und ergießen sich dabei immer wieder in kleinere oder größere Becken. Wegen der braunen Farbe war das aber leider nicht so einladend zum Baden… Nach drei Stunden sind wir wieder aufgebrochen Richtung Palenque, wo wir eine weitere angenehme Nacht in unserer Dschungel-Cabaña verbringen konnten.
Von San Cristóbal ging es am 23.08. mit dem Bus nach Ocosingo, eine Kleinstadt auf halbem Weg nach Palenque. Zu Ocosingo selbst gibt es nicht viel zu sagen, ausser dass hier seiner Zeit die heftigsten Gefechte zwischen Zapatisten-Rebellen und Regierungstruppen tobten. Als der Bus anhielt, sind wir sofort rausgesprungen, haben unsere Sachen aufbewahren lassen und haben ein Taxi genommen, das uns zur archaeologischen Staette von Toniná gebracht hat, denn das war der einzige Grund unseres Besuches in Ocosingo. Toniná (deutsch: Haus der grossen Steine) war einst eine mächtige Maya-Metropole, die von ca. 400 bis 900 n. Chr. florierte. Es gibt Ballspielplaetze zu sehen und eine riesige Tempelanlage, wobei die höchste Pyramide ca. 60m hoch ist und uns ganz schoen ins Schwitzen gebracht hat. Toniná ist unter anderem fuer seine Feldzuege gegen Palenque bekannt, bei denen im 8. Jh. n. Chr. der König von Palenque gefangen genommen und wahrscheinlich geopfert wurde. Die Stätte an sich ist nicht sehr touristisch, die meisten Leute fahren direkt durch nach Palenque. Die Wege wiesen daher einen Hauch von Abenteuer auf. Mit einem colectivo sind Eva und ich – gemeinsam mit ca. 15 Mexikanern auf dem Dach – zurück nach Ocosingo gefahren, um den 18:30 Uhr Bus nach Palenque zu erwischen. Als wir auf dem Hof des Busterminals saßen und die Zeit totschlugen, kamen zwei Jungs auf uns zu, mit denen wir uns fotografieren lassen mussten. Sie löcherten uns mit Fragen über unsere Reise und erkundigten sich nach Deutschland. Der Bus kam pünktlich und wir wurden erloest, doch statt 2,5 Stunden Fahrt waren wir mehr als 4 Stunden bis Palenque unterwegs! Es ist Regenzeit und die Strassen sind schlecht, teilweise sogar weggebrochen…
Die Fahrt nach San Cristóbal de Las Casas, der Touristen-Hochburg in Chiapas, verlief kurz und schmerzlos, aber auf mehr als 2000 m war es merklich kuehler und es regnete in Stroemen. Schnell hatten wir uns im Schlafsaal eines kleinen Hostels einquartiert und machten uns auf, die Stadt zu erkunden. Die Stadt hat eine tolle Fussgaengerzone und es wimmelt nur so vor individual Touristen und Hippies oder auch individualtouristischen Hippies. Ueberall gibt es Restaurants, Bars, Kunsthandwerk, unendich viele Bernstein-Laeden, Maerkte und einen Haufen Kirchen. Im Theater haben wir uns Tickets fuer die abendliche Vorstellung von Palenque Rojo gekauft, eine Mischung zwischen Theaterstueck und Musical. Als wir das Theater dann spaeter betraten und es uns auf unseren super Sitzplaetzen gemuetlich machten, schlug uns ein intensiver Copalharz-Geruch entgegen. Dieses Harz wird seit Urzeiten in Mesoamerika verwendet und dient als Rauchopfer fuer die Goetter. Wegen des tollen Buehnenbildes, des Copales und der wunderbaren Kostueme der Schauspieler fiel es uns nicht schwer, uns in das Stueck hineinzuversetzen. Es handelte von dem Krieg zwischen den maechtigen Maya-Staedten Palenque und Toniná und der Gefangennahme und des Leidensweges des Koenigs von Palenque. Das Theaterstueck war komplett in Maya, ich glaube in Tsotsil, so dass man nichts von dem verstand, was gesprochen wurde. Vorher hatten wir aber eine ausfuehrliche Beschreibung erhalten, so dass wir immer wussten, was gerade Sache war. Das Ganze war unglaublich atmosphaerisch und einmalig gut!
Am Sonntag Morgen sind wir mit einem Colectivo nach San Juan Chamula gefahren. Diese Tsotsil-Maya Gemeinde liegt in den Bergen, ca. 10km von San Cristóbal entfernt. Leider waren wir zu spaet, um den abgefahrenen Gottesdienst mit zu erleben, aber auch so war einiges los in der Stadt. Es gab viele Staende mit allem moeglichen Kunsthandwerk und viele Menschen taetigten ihre Geschaefte. Chamula sieht auf den ersten Blick aus wie eine ganz normale mexikanischen Kleinstadt, aber bei naeherem Hinsehen stellt man fest, dass hier fast nur Tsotsil-Maya leben. Die Frauen tragen kleine Westen und sehr spezielle Roecke aus schwarzem Lammfell. Die Maenner sehen aus wie Oger (z.B. Shrek), denn sie tragen weisse oder schwarze Lammfelle ueber den Kopf geworfen und in der Taille geguertet. Bevor wir die Kathedrale betreten durften, mussten wir uns im Touristen-Buero ein Ticket kaufen, denn diese Kirche ist wirklich etwas Besonderes! Der Papst wuerde mit den Ohren schlackern, denn nach roemischem Ritus wird hier sicher nicht gebetet! Leider war es verboten Fotos zu machen, daher muss meine Beschreibung genuegen… Also, man geht vorbei an ein paar besoffenen und schlafenden Maennern, die dem traditionellen Pox zu sehr zugesprochen haben, dann betritt man den Innenraum der Kirche, Copal Geruch steigt einem in die Nase, der ganze Kirchenraum ist rauchgeschwaengert. Die Kirche ist ziemlich dunkel, nur erhellt von einer Unzahl an Kerzen, die an den Seiten und ueberall auf dem Boden stehen. Die paar Touristen in der Kirche sprechen kaum, man hoert die Maya-Männer Gebete und magische Formeln murmeln, sie knien auf dem Boden, der mit duftenden Kiefernnadeln ausgelgt ist und sind umringt von ihren Familien. Das was hier ablaeuft ist eine faszinierende Mischung aus prehispanischem Kult, Katholizismus und protestantischen Praktiken. An den Seitenwaenden der Kirche sind Glaskaesten aufgereiht aus denen einen die verschiedensten Heiligenpuppen anglotzen. Ueber dem Altar steht eine riesige Puppe, die Johannes den Taeufer darstellt, denn dieser wird mehr verehrt, als Jesus Christus. Maya-Heiler reiben ihre Patienten mit Eiern ein opfern Erfrischungsgetraenke und sogar Huehner, denen an Ort und Stelle der Kopf umgedreht wird. Wir konnten leider nicht beobachten, wie ein Huhn in die Anderswelt eingeht, denn die Leute lassen sich mit ihren Murmel-Gebeten sehr viel Zeit, aber die Huehner lagen auf jeden Fall schon parat. Als wir diese surreale parralelwelt leicht benebelt verliessen, wurden wir von zwei kleinen Jungs bestuermt und angebettelt. Die beiden standen ihren Schauspiel-Kollegen im Theater von San Cristóbal in Nichts nach, denn auf Kommando konnten sie heulen und wirklich herzerweichend aus ihren dunklen Augen gucken. Wir schenkten ihnen einen Flummi und baten sie, mit dem Heulen aufzuhoeren und prompt sprangen sie fröhlich und dankbar von dannen. Ein wenig spaeter hat mir ein Maya-Maedchen eine Cola aus den Rippen geleihert, auch sie war ein perfekter Mime und unglaublich hartnäckig. Zurueck in San Cristóbal sind wir ueber den riesigen Handwerkermarkt geschlendert und dann zum Museum Casa Na Bolom gefahren (Tsotsil fuer “Haus des Jaguars“). Diese ehemalige Hacienda wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Frans Blom, einem Schweizer Anthropologen und Archaeologen gekauft und zu einem Forschungszentrum umgewandelt. Frans Blom und seine Frau Trudy Dudy hatten hier ihre Basis fuer ausgedehnte Expeditionen zu den Maya des Lacandona Urwaldes und haben praktisch ihr gesamtes Leben der Erforschung und dem Schutz der Maya gewidmet. Heute ist das Na Bolom Museum, Gaestehaus, Restaurant, Kulturzentrum und Bibliothek. Zu Fuss sind wir wieder ins Zentrum und sind zu einer kleinen Kirche auf einem Berg emporgeklettert. Die Aussicht war fantastisch, aber wir waren ziemlich k.o. und sind nach dem Abendessen relativ frueh in die Betten gefallen. Die Leute, die mit uns das Hostel teilten, waren recht lustig: da war die alte Kräuterhexe, eine vielleicht 50jaehrige Amerikanerin, die nur im Hostel saß und psychodelische Musik auf ihrem Laptop hörte. Dann war da der Junge von der Rezeption, der staendig in einem der Betten des Schlafsaals lag und seit drei Wochen eine Beziehung mit einer Hippie-Australierin fuehrt, welche das Hostel kaum verlaesst, da sie wegen der vielen Drogen krank ist. Dann war da noch ein Hippie-Mädchen aus den USA, die mit einem Mexikaner unterwegs war, der uns an einem Abend freimuetig eine lange Liste von Auslaenderinnen aufzaehlte, die er bereits verfuehrt hatte… Es war schade, diesen verrueckten Haufen und v.a. San Cristóbal de Las Casas schon wieder zu verlassen, aber wir haben noch so viel vor uns!